GESCHICHTE DES VEREINS

Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt die ehemalige Internatsgenossenschaft 200.000 DM als Wiedergutmachung für die Übernahme der Höheren Lehranstalt durch das NS-Regime sowie die zwangsvollzogene Übertragung des Vermögens auf den Schulverband Freren. Da ein Wiederaufbau der Lehranstalt nach dem Krieg nicht vollzogen wurde, beschloss die Internatsgenossenschaft (Internat Freren gGmbH) das Geld für gemeinnützige Zwecke in Freren zur Verfügung zu stellen.

Ein Teil in Höhe von 11.000 DM wurde zum Startkapital des Heimatverein Freren, der von 15 Ehemaligen der Internatsgenosenschaft gegründet wurde. Somit gehörte der HV Freren 1963 zu einem der ersten Heimatvereine in der Region.

Der erste Vorstand setzte sich aus dem ersten Vorsitzenden, Heinrich Franksmann, dem zweiten Vorsitzenden, Georg Siepenkort und dem Kassenführer Georg Wintering zusammen. In der ersten Generalversammlung, im Februar 1964, wurde der Vorstand um den Schriftführer Bernhard Fritze erweitert.

Forschung, Bildung und Erholung waren die erklärten Ziele der Vereinsgründer.

An einigen Stellen in der Gemeinde hat der Heimatverein durch sein Engagement dazu beigetragen, dass Erhaltenwertes weiterhin Bestand hat. So wurde z. B. durch Intervention des Vereins die Trockenlegung des alten Aa-Arms bei Gut Hange verhindert, die Erhaltung des Buschwalls als Landschaftsschutzgebiet erreicht und das alte Pfarrhaus erhalten und renoviert.

1984 konnte der Heimatverein zwei Räume im restaurierten alten Pfarrhaus beziehen und 1991 erfüllte sich der Wunsch nach einem Heimathaus. Die ehemalige Kirchwallschule wurde für die nächsten Jahre Domizil des Heimatvereins. Hier fand die Bücherei mit ihren über 1.000 Büchern und Schriften sowie die Sammlung an Haushalts- und Handwerkergerätschaften vergangener Zeiten erstmals einen Platz, der auch eine Ausstellung der gesammelten Objekte ermöglichte.

Nachdem der letzte Frerener Amtsrichter 1998 sein in den 1970er Jahren erworbenes Amtsrichterhaus an den Heimatverein vererbte, wurde die Renovierung des 1830 - 1832 erbauten Gebäudekomplexes zur Hauptaufgabe des Vereins. Im Sommer 2003 konnte der Verein sein Heimathaus an der Mühlenstraße beziehen. Für das Handwerkermuseum steht seit dieser Zeit das renovierte Nebengebäude zur Verfügung. Maschinen und Werkzeuge vergangener Zeiten, die der Verein von Frerener Handwerkern erhielt, sind dort ebenso zu besichtigen wie Haushaltsgeräte sowie Instrumente von Ärzten und Hebammen.